Viele Leute vor mir haben schon Rosetta Stone evaluiert. Was kann dazu ein deutscher Blog, der sich mit Technik, Sprachen und Lernen beschäftigt Neues sagen? Für diejenigen, die Rosetta Stone noch nicht kennen, empfehle ich das Demo auf der Firmenseite. Ein paar Tage lang habe ich Tagebuch geführt, während ich auf meinem iPad Chinesisch gelernt habe, eine Sprache zu der ich gar keine Beziehung hatte. Es war schwierig für mich, die Sprache auf natürliche Art zu lernen. Ich bin eher jemand, der Regeln mag und Vokabeln büffelt (nicht sehr natürlich – aber ich bin ja schließlich auch Informatikerin). Wenn man die Reviews liest, die im Internet stehen, ist das auch ein heiß diskutierter Aspekt der Methode.

Wenn ich jetzt allerdings eine Sprache lernen würde wie Französisch oder Spanisch oder Deutsch als Zweitsprache, Sprachen zu denen ich schon eine gewisse Beziehung aufgebaut habe, ist diese Methode absolut genial, um in der Sprache warm zu werden oder diese begleitet zu vertiefen und ein Sprachgefühl aufzubauen. Es gibt also durchaus Fälle, in denen diese Methode von Vorteil ist. Dazu ist mir vor ein paar Wochen folgendes passiert, was mich mehr denn je vom praktischen Nutzen dieser Methode überzeugt hat: Stellen Sie sich dazu einmal vor, Sie sind LehrerIn, und Sie stehen vor einer neuen 5. Klasse bestehend aus 30 Kindern mit einer unglaublichen Spannbreite in Puncto Deutschkenntnisse (von Muttersprachler bis hin zu Immigranten, die erst seit ein paar Wochen im Land sind).

Eine Lehrerin teilte mir ihre Sorgen mit, dass sie den Kindern gerne helfen würde. Wenn in einem Klassenzimmer von 20-30 Kindern mehr als die Hälfte starke Probleme mit der deutschen Sprache hat und von der Schule aus nur bedingt Unterstützung geboten werden kann, weil die Ressourcen einfach nicht reichen, dann muss man sich als Lehrperson fragen, wie man diese Aufgabe alleine bewerkstelligen kann. In dieser Situation ist es auch nicht hilfreich, wie so oft von Pädagogen vorgeschlagen, dass man die stärkeren Schüler mit den Schwächeren ins Team setzt. (An dieser Stelle kann sich eine lange Debatte anschließen – die ich auch schon off-line geführt habe.) Allein in Baden-Württemberg gab es laut Statistik 126.797 ausländische Schüler in 2010/11 (http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/BildungKultur/Landesdaten/LRt0607.asp). Hinzu kommt, dass diese Zahl diejenigen Kinder, die nicht ausländisch sind, aber mehrsprachig aufwachsen, noch gar nicht mit einschließt. Es gibt also wesentlich mehr Kinder, die in der Schule mit der Sprache Deutsch zu kämpfen haben, weil sie damit vermutlich nicht aufgewachsen sind, auch wenn sie deutsche Staatsbürger sind. Da sich diese Statistik nicht gleichmäßig verteilt, ist es oft so, wie in dem Fall meiner Freundin, dass weitaus mehr als 20%, nämlich bis zu 90% der Schüler einer Klasse so ihre Mühen mit der deutschen Sprache haben, und die offizielle Statistik damit bedeutungslos ist. (Großstädte wie Frankfurt am Main haben sogar laut Statistik Anteile bis zu 66% – http://www.statistik-hessen.de). Unterstützung für die deutsche Sprache auf den verschiedensten Niveaus kann somit gar nicht von einer Person gewährleistet werden.

Daher ist die Antwort leider oft so, dass eine einzige Lehrkraft niemals alleine 30 Kindern gleichzeitig gerecht werden kann, wenn man unseren herkömmlichen Unterricht ansieht. Dieser besteht entweder aus Frontalunterricht oder differenziert aus Arbeitsblättern und Gruppenarbeit. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen die Kinder aus dem Unterricht genommen werden und in Förderkursen unterstützt werden, nicht immer von dafür trainierten Fachkräften. Was in allen Fällen bisher fehlt ist allerdings folgendes:

  • Die Möglichkeit unmittelbaren Feedbacks – Papier ist geduldig und muss erst nachgesehen werden – bestenfalls durch ein Blatt mit vorgegebenen Antworten
  • Die Möglichkeit, Geschwindigkeit und Menge der Übungen dynamisch auf das Kind anzupassen
  • Die enge Verbindung zwischen Semantik, Aussprache (passives Hören und aktives Sprechen) und Schriftbild
  • Ein aktueller und detaillierter Überblick der Lehrkraft über den Lern- und Arbeitsstand aller Kinder

Die Frage ging also an mich, als Medienexperte für Fremdsprachen: Gibt es nicht ein Tool, mit dem Kinder, die noch fast gar kein Deutsch gelernt haben, individuell gefördert werden können? Sagen Sie mir, welches Tool man Jugendlichen vorsetzen kann, mit dem sie eigenständig arbeiten können, welches sich dem individuellen Tempo und Wissenstand anpasst und die Lerner zum Hören, Verstehen und Sprechen animiert und ihre Aussprache korrigieren kann und gleichzeitig grammatische Konstruktionen einübt und Vokabular aufbaut? Ein Tool, bei dem die Lehrkraft jederzeit den Überblick über Arbeits- und Lernstand der Kinder per Mausklick erhalten kann, aber sich nicht in 30 Personen „klonen“ muss.

Hört sich nach Utopie an? Keineswegs. Die technischen Voraussetzungen hierfür sind heute durchaus gegeben. Es fehlt an Umsetzungen, es fehlt an Mut, diese Umsetzungen auszuprobieren, zu verstehen, wie der Computer die Lehrer unterstützen kann, ohne dabei das Zwischenmenschliche zu verlieren. Auf dem englischen Markt gibt es eine Reihe Angebote, die mehr oder weniger diese Anforderungen auf verschiedenen Niveaus abdecken und auch von Schulen in englischsprachigen Ländern alltäglich und intensiv genutzt werden, ja eigentlich inzwischen die Norm sind (siehe hierzu andere Blogeinträge, Explode the Code und LetsGoLearn oder DynED).

Leider bewegen sich die Schulen hierzulande nur träge in die Richtung, die Fähigkeiten der Computer in ihrer ganzen Breite zu verstehen und zu nutzen. Auf dem deutschen Markt gibt es so auch entsprechend wenig Angebot und schlichtweg keine geeigneten Programme für die deutsche Sprache, für Kinder, mit dynamisch angepasster Unterstützung, mit Lehrerübersicht und in Schulen nutzbar.

Oder doch? Und dann geht mir ein Licht auf, dass es genau ein Produkt gibt, das unsere utopischen Wünsche erfüllt und für unsere Zwecke einsetzbar ist: Rosetta Stone Deutsch. Zwar wäre das System vielleicht für die Grundschule noch zu früh, aber ab der 5. Klasse ist Rosetta Stone Deutsch die auf dem Markt einzigartige Lösung für ein Problem, bei dem sich viele Schulen in Deutschland noch die Haare raufen, da es einfach keine effektive, effiziente Lösung zu geben scheint.

Rosetta Stone bietet 25 Sprachen zum Selbststudium an, darunter auch Deutsch. Durch Kombination von Wort und Bild und Lernsequenz, die langsam zu Komplexität führt, kann der Lerner die Sprache durch Immersion intuitiv erschließen. Es werden alle Sprachfertigkeiten auf dem Rechner trainiert: Sprechen, Schreiben, Grammatik-, Lese- und Hörverständnis. Auf iPad und iPhone können Lerner nun mit Rosetta Stone TOTALe auch unterwegs lernen. Auch das spezielle Programm für Schulen ist die Applikation web-basiert und gestattet somit die Nutzung in der Schule wie auch zu Hause. Der Lernfortschritt wird auf den unterschiedlichen Endgeräten automatisch synchronisiert, sodass die Lernenden zu Hause wie auch in der Schule nahtlos ihre Arbeit fortsetzen können. Der Lehrer kann sich mittels eines speziellen, einfach zu bedienenden Tools in einer einfachen online Sicht jederzeit einen aktuellen Überblick über den Lernstand seiner Schüler abrufen und somit auf die Kinder zugehen, die individuelle Unterstützung benötigen.

So, kann die Lehrkraft für jedes Kind einsehen, welche Aufgabenblöcke wie erfolgreich absolviert wurden. Da Übungen nach Aussprache, Grammatik, Wortschatz eingeteilt sind, kann man sich auch einen Überblick darüber verschaffen, ob bestimmte Teilaspekte des Lernens regelmäßige Probleme darstellen. Eine weitere Übersicht erlaubt, die ganze Klasse zu sehen, und somit zu erkennen, wie weit alle Kinder sind, in welchen Lektionen allgemeine Unsicherheit herrscht, welche Lektionen von allen gemeistert wurden. Auch so kann man dann gezielt eingreifen und auch Untergruppen maßgeschneiderte Unterstützung bieten, während andere Kinder individuell am Computer weiter arbeiten können. Diese Effizienz ist absolut wichtig, unter den beschriebenen Umständen: Zum einen die große Diskrepanz der Lerner, die mit verschiedenen Voraussetzungen in die Klasse kommen und zum anderen die recht große Anzahl von Kindern, denen die Lehrkraft allen gerecht werden möchte.

Aus Schülersicht, kann jedes Kind kann im eigenen Tempo die Übungen absolvieren. So ist die Differenzierung gewährleistet. Zusätzlich analysiert das Programm die individuellen Fortschritte der Lerner und blendet bei Bedarf automatisch entsprechende Wiederholungsübungen ein. Darüber hinaus kann die Lehrperson eine ganze Reihe von Anpassungen vornehmen und sogar die verfügbaren Lernblöcke zu einem ganz neuen Programm anordnen. Im Gegensatz zu Arbeitsblättern, bietet der Computer den Vorteil, dass die Schüler sofortiges Feedback bekommen und den eigenen Fortschritt wahrnehmen. Das sind ganz wichtige, bekannte Mechanismen für die Motivation.

Laut Bildungsbericht 2012 (http://www.bildungsbericht.de/daten2012/bb_2012.pdf), sind 20% der Jugendlichen, nicht ausbildungsfähig. Ein Teilaspekt dieser Situation beruht sicherlich auf der Problematik nicht ausreichender Sprachkenntnisse, die einen direkten Einfluss auf alle anderen Fächer, inklusive Mathematik, haben und somit die Fortschritte dieser Jugendlichen flächendeckend behindert. Wie viele Staatsgelder könnten gespart werden durch eine frühzeitige Investition in Spracherziehung und Verbesserung in der Sekundarstufe diese akute Problematik zu reduzieren!

Rosetta Stone bietet Lerninhalte, die zum Erreichen der Kompetenzstufe B1/2 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen erforderlich sind und somit die Funktionsfähigkeit der Kinder auf diesem Niveau nicht nur in Deutsch sondern fächerübergreifend verbessert und somit direkten Einfluss auf deren weitere Karriere in der Schule und Ausbildung ausübt.

So lautet die Definition der erreichten Fähigkeiten auf Stufe B2: Der Lernende

  • kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen.
  • kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist.
  • kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben

Da Rosetta Stone das zusammenhängende Sprechen und den richtigen Einsatz von Lerninhalten im Kontext fördert, können die Kinder die erworbenen Sprachkenntnisse direkt im täglichen Leben anwenden, da die Lernmethodik der Immersion von Rosetta Stone genau der Immersion im täglichen Leben dieser Kinder entspricht. Durch die spezielle Pädagogik, ist Rosetta Stone nahtlos an die Situation der Kinder in der Schule angepasst, stellt aber ein Lerngerüst dar, welches durch Jahrzehnte lange Forschung auf effektive Lernsequenzen abgestimmt ist und somit den Kindern den Weg in die Sprache unterstützend erleichtert.

Wir sind stark gefordert durch die Gegebenheiten an den Schulen. Es gibt Lösungen. Versuchen wir es doch wenigstens einmal, diese anzuwenden. Der Computer löst nicht die Lehrperson ab, sondern unterstützt sie im Idealfall, eine Arbeit zu leisten, die andernfalls erwiesenermaßen schlichtweg nicht mehr zu bewältigen wäre.

P.S.: Da das Sprachenangebot von Rosetta Stone auch viele Muttersprachen unserer Kinder umfasst und in der Schulen alle 25 Sprachen auf der Plattform zur Verfügung gestellt bekommen, kann man einen weiteren erwiesenermaßen wichtigen Aspekt erwähnen: Die Kinder können hier auch ihre Mehrsprachigkeit, mit der sie in die Schule kommen, aufrecht erhalten und ausbauen.
P.P.S: Zusätzlich wird die Neugierde der Kinder gefördert, da sie auch andere Sprachen, für die sie sich interessieren, mit Rosetta Stone von Grund auf lernen können. So habe ich von einem Schüler der Frankfurt International School gehört, der sich mit dem Programm auf das Latinum vorbereitet – und die Prüfung in Rekordzeit absolviert hat, was allein schon deshalb bemerkenswert ist, weil die Sprache an der Schule nicht regulär unterrichtet wird. Andere Kinder schnuppern in die Lernsprache Tagalog hinein (weil es sich lustig anhört) oder lernen Japanisch (wegen der Mangas). Kurzum, die Einbeziehung moderner Technologien in den Unterricht eröffnet ganz neue Handlungsspielräume – wenn wir sie erkennen und uns nicht durch künstliche Grenzen in unseren Köpfen einengen lassen.

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